Mein erster Mamabeitrag sollte über ein Thema sein, was mich selbst während meiner Schwangerschaft so sehr beschäftigt hat und einigen von Euch vielleicht noch bevorsteht.
Der Kaiserschnitt.
Ja, Lilly kam auf den Tag geplant, mit einem wunderbar komplikationslosen Kaiserschnitt auf die Welt !

Aber erstmal alles auf Anfang.
Für mich war immer klar : Ich möchte eine natürliche Geburt, am liebsten in einer warmen Badewanne und für mich ganz wichtig, in einem Krankenhaus ! Die medizinsiche Versorung in einem Notfall hat für mich absolute Priorität. Eine Hausgeburt wäre da einfach nichts für mich. Naja, was soll ich sagen. Manchmal kann man es sich im Leben nicht aussuchen. Lilly lag ab der 25. Schwangerschaftswoche in Steißlage und hat es sich dort auch so richtig gemütlich gemacht. Die Wochen verstrichen und unsere kleine Maus wurde immer größer und größer, aber drehen wollte sie sich nicht.

Beckenendlage, Steißlage, Kaiserschnitt, Komplikationen, so in etwa lautete mein Suchverlauf in diversen Foren für werdende Mütter. Natürlich fand ich nicht die Antworten die ich suchte, eigentlich bekam ich nur noch mehr Angst. Bekannte , Freunde und Familie, jeder möchte einen guten Rat geben, aber wie hilfreich sind Sprüche wie :
„Ach, sie wird sich schon noch drehen“
„Was ein Kaiserschnitt ? Das ist aber riskant „
„Bei einem Kaiserschnitt kann so viel passieren“
„Bloß kein Kaiserschnitt- das ist ja keine richtige Geburt „
„Die Kinder sind total verstört wenn sie so aus dem Bauch gerissen werden, mach das bloß nicht“

Tja, was man sich nicht alles als Hochschwangere anhören muss. Letzten Endes haben wir aber gar keine Wahl. Ich möchte jedes Risiko für mich und meine Tochter minimieren und nicht aus reinem Egoismus eine natürliche Geburt erzwingen und am Ende doch noch in einem Notkaiserschnitt landen.

Jede Schwangerschaft, jede Geburt , jede Mutter und jedes Baby ist verschieden. Bei dem einen verläuft alles gut, bei dem anderen nicht – am Ende des Tages müsst ihr eurem Gefühl vertrauen, um die für euch richtige Entscheidung zu treffen.

Es gibt zahlreiche Methoden ein Baby dazu zubringen sich zu drehen.So kam es, dass ich meinen Bauch mit einer Taschenlampe bestrahlte und versuchte Lilly den Weg nach unten zu zeigen – nichts ! Eine Hebamme bietet hier ganz in der Nähe das Moxxen an – leider auch ohne Erfolg – wieder nichts ! Zu guter Letzt gibt es dann noch die äußere Wendung, die bei mir aber nicht durchgeführt werden konnte, weil meine Bauchdecke wohl zu fest war.

So kam es, dass ich in der 36. SSW den wohl wichtigsten Termin meines Lebens machte :

22.02.2017 – 8.00 Uhr

Auch die mittlerweile wöchentlichen Besuche beim Frauenarzt änderten nichts daran, Lilly hatte sich mit dem Po nach unten eingenistet. Bis zum 21.02.2017 gaben wir die Hoffnung nicht auf, dass sie sich im letzten Moment doch noch dreht, aber bei der Voruntersuchung im Krankenhaus war alles unverändert. In der Nacht vor dem großen Tag, machte ich kaum ein Auge zu, denn nichts ist seltsamer als genau zu wissen, ab morgen früh wird nichts mehr so sein wie es ist.

Die letzte Nacht mit Babybauch.

7.00 Uhr– der Wecker klingelt nicht, da ich schon seit einer halben Stunde wach im Bett liege. Heute geht es los. Wie nennen wir überhaupt unser Kind ? Wir hatten uns tatsächlich noch nicht zu 100% Entschieden.
Auf den letzten Metern zum Krankenhaus Eingang haben wir es entschieden – Lilly !
Unser heimlicher Favorit …

8.00 Uhr
Ich liege am CTG – alles unverändert, der Kleinen geht es gut.
Wenn sie wüsste, was gleich auf sie zukommt …

Um 8.20 Uhr wurde ich auf den bevorstehenden Eingriff vorbereitet. Bekam einen Zugang gelegt, ein schickes Op Hemd an und dann konnte es losgehen.

Wie jetzt schon ?

Noch schnell ein Kuss für den aufgeregten Papa und dann ging es schon in den OP Saal.
Jetzt kam für mich das wohl Schlimmste. Viel hatte ich darüber gelesen, gehört und mir erklären lassen – Spinal Anästhesie. Genau das richtige für einen Spritzen-Hasser wie mich. Na gut- sei stark -gleich ist sie bei uns !
Der Narkosearzt stellte sich kurz vor, machte ein paar Witze und drehte mich dann auf die Seite. Ich wusste sobald die Narkose sitzt, darf mein Freund in den OP kommen, also versuchte ich mich zu entspannen und dann gab es einen Pieks. Ja, angenehm war er wirklich nicht, eine Art Druck und dann wurde es auf einmal schön warm vom Po bis in die Beine. Geschafft !

Sie bauten den Sichtschutz vor mir auf und da kam dann auch schon mein Freund und übernahm das Händchen halten. Mir war kalt, ob durch die Aufregung oder die Narkose, ich zitterte am ganzen Körper und dann spürte ich wie sie etwas über meinen Bauch zogen – der Schnitt ! Das ist ein seltsames Gefühl , genau zu wissen, man wird gerade aufgeschnitten, aber man spürt nur den Druck aber keinen Schmerz. Ich hatte kaum ein Zeitgefühl, aber vom Schnitt bis hin zum ersten Schrei waren es wohl keine 3 Minuten. Sie schreit, sie ist da… „Geht es ihr gut?“ Hörte ich mich sagen.

Und da kam sie schon hinter dem Vorhang hervor, schreiend und voll mit Käseschmiere, aber das Schönste, was ich je gesehen habe. Die Hebamme verschwand ganz kurz und legte sie mir dann sofort auf die Brust. Pures Glück. Pure Liebe.
In Momenten wie diesen scheint die Zeit wirklich stillzustehen.

Um 09.36 Uhr hat Lilly das Licht der Welt erblickt.

Comments are closed.